Inklusion, erklärt von Kindern der Kettelerschule:
https://www.bildungskampagne.org/die-kinder-der-bonner-kettelerschule-erklaeren-inklusion
Die Kettelerschule versteht sich als inklusive Schule, in der alle Kinder gemeinsam lernen und leben können. Unterschiedliche Fähigkeiten, Erfahrungen und Lernvoraussetzungen sehen wir nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung unserer Gemeinschaft.
In unseren Lernfamilien lernen Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam. Ziel ist es, jedem Kind eine Lernumgebung zu bieten, in der es sich angenommen fühlt, seine Stärken entwickeln kann und Unterstützung erhält, wo sie nötig ist.
Gemeinsam lernen – gemeinsam wachsen
Inklusion bedeutet für uns, dass jedes Kind dazugehört. Alle Kinder sind Teil der Klassengemeinschaft und nehmen gemeinsam am schulischen Leben teil.
Dabei berücksichtigen wir die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder und gestalten Lernangebote so, dass jedes Kind auf seinem individuellen Lernweg begleitet werden kann.
Die Kinder lernen dabei nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch wichtige soziale Fähigkeiten:
- Rücksicht nehmen
- Verantwortung übernehmen
- miteinander arbeiten
- Unterschiede akzeptieren
So erfahren die Kinder, dass Vielfalt selbstverständlich ist.
Lernen in multiprofessionellen Teams
Die Arbeit in den Lernfamilien wird von multiprofessionellen Teams getragen. Dazu gehören
- Lehrkräfte
- Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen
- sozialpädagogische Fachkräfte
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ganztags.
Durch die enge Zusammenarbeit dieser verschiedenen Professionen können wir die Kinder individuell begleiten und unterstützen.
Individuelle Förderung
Kinder lernen unterschiedlich schnell und auf unterschiedlichen Wegen. Deshalb legen wir großen Wert auf individuelle Förderung.
Dies geschieht zum Beispiel durch
- differenzierte Lernangebote
- individuelle Lernziele
- zusätzliche Unterstützung im Unterricht
- besondere Förderangebote für einzelne Kinder.
Dabei orientieren wir uns an den Stärken und Möglichkeiten der Kinder und unterstützen sie dabei, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Inklusion als gemeinsamer Auftrag
Inklusion ist für uns nicht nur ein pädagogisches Konzept, sondern eine Haltung. Sie prägt unser tägliches Zusammenleben in der Schule.
Wir möchten eine Schule sein,
- in der alle Kinder willkommen sind,
- in der Unterschiede selbstverständlich sind,
- und in der Kinder miteinander und voneinander lernen.
So entsteht eine Schulgemeinschaft, in der jedes Kind seinen Platz findet.
Im Jahr 2013 wurden wir mit dem Jakob-Muth-Preis ausgezeichnet. Das Kinderparlament unserer Schule ließ von dem Preisgeld einen professionellen Basketballkorb auf dem Schulhof einbauen. Dies hat nachhaltige Wirkung und vielen Kindern eine gute Beschäftigung ermöglicht. Unsere Kinder haben die besten Ideen!
Orientierung am Index für Inklusion
Die Entwicklung unserer Schule orientiert sich an den Grundgedanken des Index für Inklusion. Dieser versteht Inklusion als gemeinsamen Prozess, bei dem alle Beteiligten – Kinder, Eltern und Mitarbeitende – daran arbeiten, Lernen und Teilhabe für alle zu ermöglichen. Der Index hilft Schulen dabei, Barrieren für Lernen zu erkennen, vorhandene Stärken zu nutzen und die eigene Schule Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Auch an der Kettelerschule dient er uns als Orientierung für eine Schule, in der Vielfalt als Bereicherung verstanden wird und jedes Kind seinen Platz findet.

Dies ist die Grundlage der inklusiven Arbeit an der Kettelerschule. Daher wurde folgendes als Inklusionsgedanke für die inklusive Schulentwicklung festgelegt:
- Wir sorgen durch Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Offenheit und Toleranz für ein gutes Schulklima.
- Wir bauen Barrieren für das Lernen und die Teilhabe an der Gemeinschaft ab, damit Ressourcen mobilisiert werden können.
- Wir erkennen uns in unseren Teams als gleichberechtigte Partner an, helfen uns gegenseitig in unserer Arbeit und unterstützen uns, sie zu reflektieren.
- Wir stärken alle Kinder durch Akzeptanz und Ermutigung und ihnen die Erfahrung von Sicherheit und Verlässlichkeit ermöglichen.
- Die Gemeinschaft, in der die Kinder in ihrer Individualität anerkannt und gefördert werden, möchten wir für sie als bereichernd erfahrbar machen.
- Die Beziehung zu den Eltern und anderen Bezugspersonen unserer Kinder ist uns sehr wichtig, denn nur so können wir die Schüler und Schülerinnen optimal begleiten. Wir setzen daher konsequent auf eine gelingende Elternpartnerschaft.
- Allen Beteiligten möchten wir die Erfahrung des vertrauens- und respektvollen Miteinanders vermitteln.
Wir legen bei unseren Schüler*innen die Grundlagen für:
- Selbstbestimmung
- Selbstbewusstsein/Selbstzufriedenheit
- Freude am Lernen
- sozialem Lernen (Mitglieder einer Gemeinschaft)
- selbstständigem und eigenverantwortlichem Lernen
- adäquatem Gesprächs- und Konfliktverhalten
- Toleranz, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme
- Lust an gesunder Ernährung und Bewegung
Dies kann nur dann gelingen, wenn alle Mitarbeiter*innen ein hohes Maß an Identifikation und Verantwortlichkeit für die Werte und Ziele unserer Schule einbringen und in harmonischer Atmosphäre arbeiten können.
Alle Mitarbeiter*innen der Kettelerschule schließen sich diesen Gedanken an.
Herkunft
Der Begriff ‚Inklusion‘ leitet sich vom lateinischen Verb ‚includere – beinhalten, einsperren, einschließen, umzingeln‘ ab. Inklusion bedeutet, dass Menschen verschieden sind und dies gut so ist. Trotzdem können sie gut zusammen leben und lernen und sich dabei auch noch bereichern.
An der Kettelerschule bedeutet Inklusion, dass die gesamte Schulgemeinde hierhergehört. Alle Menschen, die die Kettelerschule besuchen oder dort arbeiten, bringen zusammen eine immense Menge an Fähigkeiten und Stärken mit, die die Gemeinschaft stärkt. Durch diese Vielfalt an Können und Wissen gleichen wir unsere Schwächen, die jeder einzelne hat, aus.
Wir verstehen unter Inklusion nicht ausschließlich das gemeinsame Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung. Es bedeutet an unserer Schule, dass alle unterschiedlichen Bedingungen willkommen sind. Es ist normal, verschieden zu sein und unsere Vielfalt macht uns stark! Dies bezieht sich auf soziale Unterschiede wie auf Herkünfte, auf Religion wie auf Sprache, auf ethnische Begebenheiten und auch auf Stärken und Schwächen.
Wir sind überzeugt, dass es keine homogenen Gruppen gibt. Unsere Heterogenität machen wir uns zunutze, indem wir günstige Lerngemeinschaften und –gelegenheiten bieten. Spaß am Lernen und Neugierde sowie unser wertschätzender Umgang miteinander ermöglichen uns unser gutes Arbeitsklima.
„Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung von einer komplexen Idee wie Inklusion. (…) Inklusion bedeutet Veränderung und einen nicht enden wollenden Prozess von gesteigertem Lernen und zunehmender Teilhabe aller SchülerInnen. Es ist ein Ideal, nach dem Schulen streben können, das aber nie vollständig erreicht wird. Jedoch wird inklusive Qualität spürbar, sobald die Absicht greift, die Teilhabe für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft zu steigern. Eine inklusive Schule ist eine Schule in Bewegung.“
(aus: Index für Inklusion – Lernen und Teilhabe in der Schule der Vielfalt entwickeln)









