Der Schulalltag in den Lernfamilien unterscheidet sich bewusst vom Stundenplan vieler anderer Grundschulen. Unser Tag ist so gestaltet, dass die Kinder genügend Zeit zum Lernen, Arbeiten und Zusammenleben in ihrer Lernfamilie haben.
Am Vormittag bleiben die Kinder zunächst drei Stunden lang in ihrer Lernfamilie zusammen, bevor die erste große Pause beginnt. In dieser Zeit lernen die Kinder in ihrer vertrauten Gruppe und in ihren eigenen Räumen. Das gibt Sicherheit und ermöglicht ruhiges, konzentriertes Arbeiten.
Ein wichtiger Bestandteil dieses gemeinsamen Vormittags ist der Morgenkreis. Hier beginnt der Tag in der Gemeinschaft: Die Kinder begrüßen sich, sprechen über wichtige Themen, planen den Tag oder erzählen von Erlebnissen. Der Morgenkreis stärkt das Gemeinschaftsgefühl und gibt dem Tag eine klare Struktur.
Während der Lernzeit arbeiten die Kinder an grundlegenden Bereichen des Lernens. Dazu gehören Lesen, Schreiben, Mathematik, Sachunterricht, aber auch Musik und Kunst. Die Kinder arbeiten dabei auf unterschiedlichen Wegen und in verschiedenen Arbeitsformen – allein, mit Partner*innen oder in kleinen Gruppen. So kann jedes Kind in seinem eigenen Tempo lernen und Unterstützung bekommen, wenn es sie braucht.
Auch das gemeinsame Frühstück gehört zum Vormittag in der Lernfamilie. Diese Zeit ist wichtig für Gespräche, Begegnungen und das soziale Miteinander.
Ein besonderer Bestandteil unseres Wochenrhythmus ist der Projekttag am Donnerstag. An diesem Tag arbeiten die Kinder über längere Zeit an einem gemeinsamen Thema. Sie forschen, entdecken, bauen, gestalten und präsentieren ihre Ergebnisse. Projekte ermöglichen ein vertieftes Lernen und verbinden verschiedene Fachbereiche miteinander.In unseren Lernfamilien lernen Kinder der Klassen 1 bis 4 gemeinsam.
Die jahrgangsgemischten Gruppen bilden eine feste Gemeinschaft, in der Kinder miteinander und voneinander lernen, Verantwortung übernehmen und sich über mehrere Jahre begleiten.
Auf dieser Seite erfahren Sie,
- warum wir in Lernfamilien arbeiten
- wie der Alltag in den Lernfamilien gestaltet ist
- welche Rolle ältere und jüngere Kinder dabei spielen.
Organisation
Eine Lernfamilie wird durchgängig von einem Team betreut, das aus einer Grundschullehrer*in, einer Sonderpädagog*in, einer Erzieher*in und einer Soziapädagog*in besteht, die jeweils unterschiedlich viele Stunden in der Lernfamilie sind. Die Teampartner*innen arbeiten eng zusammen und stellen für die Kinder Bezugspersonen und Ansprechpartner dar. Jeder Lernfamilie stehen zwei ineinander übergehende Räume zur Verfügung, die (wenn sie nicht freizeitlich genutzt werden) zur äußeren Differenzierung und räumlichen Entzerrung genutzt werden. Jede Lernfamilie hat im Zentrum einen großen Gruppentisch mit Bänken, an dem sich wechselnde Gruppen zusammenfinden. Zur äußeren Differenzierung können auch alle weiteren Räume wie die Essensräume, das Forum, der Differenzierungraum und die Bücherei genutzt werden.
Öffnung
Das Wir-Gefühl der ganzen Schulgemeinde zu stärken, ist uns ein wichtiges Anliegen. Darum legen wir nicht nur Wert auf eine Identifizierung der Kinder mit ihrer jeweiligen Lernfamilie, sondern auch mit der Schule als Ganzem. Kontakte aller Schüler untereinander sowie gemeinsame Aktivitäten sind im Schulalltag fest implementiert. Keine Lernfamilie isoliert sich. Alle müssen nach außen und innen offen sein. So macht z. B. die Förderung der Kinder teilweise die Bildung anderer Gruppen nötig, die im Rahmen von Lernstudios übergreifend gebildet werden. Auch die Mitarbeit an Projekten z. B. im Sachunterricht macht es für ein Kind sinnvoll, die Lernfamilie vorübergehend zu verlassen. Dies trifft ebenso auf die Teilnahme an Interessengruppen bzw. Arbeitsgemeinschaften zu.









