Die Rolle der älteren Kinder

In unseren Lernfamilien lernen Kinder der Klassen 1 bis 4 gemeinsam. Dadurch entsteht eine Gemeinschaft, in der Kinder unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Lernstände mitbringen – und voneinander profitieren.

Die älteren Kinder übernehmen dabei eine wichtige Rolle. Sie kennen die Abläufe der Schule bereits gut und geben ihre Erfahrungen an die jüngeren Kinder weiter. Unterstützung und gegenseitige Hilfe gehören selbstverständlich zum Alltag in der Lernfamilie.

Ein Satz aus unserem Schullied beschreibt das besonders treffend:

„Große helfen hier den Kleinen – das ist ganz normal.“

Im Alltag zeigt sich das auf viele verschiedene Weise. Die älteren Kinder:

  • erklären Aufgaben oder Arbeitsmaterialien
  • helfen beim Einstieg in neue Lernformen
  • unterstützen beim Lesen, Schreiben oder Rechnen
  • zeigen den jüngeren Kindern Abläufe und Regeln der Schule
  • übernehmen Verantwortung im Morgenkreis oder bei gemeinsamen Aktivitäten

Ein wichtiger Bestandteil unserer Lernfamilien sind außerdem die Patenschaften. Kinder aus den zweiten und dritten Jahrgängen übernehmen Patenschaften für die Schulneulinge. Sie begleiten die Erstklässler besonders in der Anfangszeit, zeigen ihnen die Schule und stehen ihnen bei Fragen oder Unsicherheiten zur Seite.

Diese Form des Lernens ist für beide Seiten wertvoll:

  • Jüngere Kinder erleben Sicherheit und Orientierung.
  • Ältere Kinder übernehmen Verantwortung und vertiefen ihr Wissen, indem sie anderen etwas erklären.

So wächst in den Lernfamilien eine Gemeinschaft, in der Kinder miteinander und voneinander lernen. Unterschiedliche Fähigkeiten werden dabei als Stärke der Gruppe angesehen und behandelt.