Warum wir in Lernfamilien arbeiten

Kinder kommen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Lerngeschwindigkeiten in die Schule. Manche können schon den eigenen Namen lesen oder im kleinen Zahlenraum rechnen, andere brauchen noch Zeit, um sich an das schulische Lernen zu gewöhnen. Diese Vielfalt verstehen wir als Chance.

In unseren Lernfamilien lernen Kinder der Klassen 1 bis 4 gemeinsam. Dadurch entsteht eine natürliche Lernumgebung, in der Kinder voneinander profitieren können.

Die jüngeren Kinder orientieren sich an den älteren und lernen durch Beobachten, Nachfragen und gemeinsames Arbeiten. Die älteren Kinder übernehmen Verantwortung, erklären Inhalte und vertiefen ihr eigenes Wissen, indem sie anderen helfen und durch Erklärungen das eigene Wissen festigen.

So entsteht eine lebendige Lerngemeinschaft, in der jedes Kind auf seinem eigenen Lernweg begleitet wird. Unterschiedliche Lernstände lassen sich in jahrgangsgemischten Gruppen besonders gut berücksichtigen. Kinder können in ihrem Tempo lernen, Unterstützung erhalten oder andere unterstützen.

Gleichzeitig wächst in den Lernfamilien ein starkes Gemeinschaftsgefühl: Die Kinder bleiben mehrere Jahre zusammen, lernen einander gut kennen und erleben Schule als verlässlichen sozialen Raum.

Mit der Wahl des Begriffs „Lernfamilie“ stellen wir in den Vordergrund, dass die Kettelerschule ein Ort des Lebens und Lernens für alle Beteiligten ist. Durch jahrgangsgemischtes Arbeiten in allen Grundschuljahrgängen, die Einführung der OGS für alle Kinder, die Betreuung der Kinder durch Teams aus Lehrer*innen und Erzieher*innen und durch die veränderte Rhythmisierung des Tagesablaufs wird dies nach außen hin deutlich. Der familiäre Charakter der Gruppen soll sich jedoch auch widerspiegeln im Gefühl einer starken Gemeinschaft, des Geborgenseins und der Verlässlichkeit, der Verantwortung und Identifikation.